„Meine Lieben, ich kann euch nur raten, haltet euch von Hundetrainern fern“, lässt sich Suzy, die schwarze Hündin aus Rumänien, mit einem theatralischen Seufzer vernehmen.
„Die durchschauen euch, egal, wie clever ihr seid oder glaubt, es zu sein.“
Schier fassungslos schüttelt sie ihren Kopf.
„Mein Leben war so perfekt, bis unsere Hundemamas glaubten, sie müssten irgendwas im Umgang mit mir und meinem Bruder Toni ändern. Die zwei folgen nicht, bellen zu viel, machen quasi, was sie wollen. Und besonders Suzy hat Angst vor allem und jedem, ließ sich immer häufiger in unseren vier Wänden vernehmen. Pah, sag ich da nur, das ist alles eine Betrachtungsweise.“
Suzy reckt selbstbewusst ihren Kopf nach oben.
„Für mich und Toni war alles perfekt. Mein großer Bruder und ich durften alles, bekamen alles und hatten eindeutig das Sagen im Haus. Und was meine Angst angeht …“, Suzy setzt sich kerzengerade hin und hebt stolz die Nase noch ein Stückchen höher, “ ich und Angst? Daß ich nicht lache. Das ist alles nur Mittel zum Zweck. Keinen Bock auf soziale Kontakte? Keinen Bock, mit irgend so einem dahergelaufenen Hund zu spielen, auch wenn die Mama das so toll fände?“
„Hier mein Tipp für dich: Mach dich einfach klein, zieh deine Rute ein und blicke schüchtern unter gesenkten Augenlidern zum Frauchen auf. Ich verspreche dir, dieses schmilzt dahin wie Wachs in der Sonne. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Selbst getestet und perfektioniert.“
„Meine Lieben, ich kann euch nur raten, haltet euch von Hundetrainern fern“, lässt sich Suzy, die schwarze Hündin aus Rumänien, mit einem theatralischen Seufzer vernehmen.
„Die durchschauen euch, egal, wie clever ihr seid oder glaubt, es zu sein.“
Schier fassungslos schüttelt sie ihren Kopf.
„Mein Leben war so perfekt, bis unsere Hundemamas glaubten, sie müssten irgendwas im Umgang mit mir und meinem Bruder Toni ändern. Die zwei folgen nicht, bellen zu viel, machen quasi, was sie wollen. Und besonders Suzy hat Angst vor allem und jedem, ließ sich immer häufiger in unseren vier Wänden vernehmen. Pah, sag ich da nur, das ist alles eine Betrachtungsweise.“
Suzy reckt selbstbewusst ihren Kopf nach oben.
„Für mich und Toni war alles perfekt. Mein großer Bruder und ich durften alles, bekamen alles und hatten eindeutig das Sagen im Haus. Und was meine Angst angeht …“, Suzy setzt sich kerzengerade hin und hebt stolz die Nase noch ein Stückchen höher, “ ich und Angst? Daß ich nicht lache. Das ist alles nur Mittel zum Zweck. Keinen Bock auf soziale Kontakte? Keinen Bock, mit irgend so einem dahergelaufenen Hund zu spielen, auch wenn die Mama das so toll fände?“
„Hier mein Tipp für dich: Mach dich einfach klein, zieh deine Rute ein und blicke schüchtern unter gesenkten Augenlidern zum Frauchen auf. Ich verspreche dir, dieses schmilzt dahin wie Wachs in der Sonne. Ich spreche da aus eigener Erfahrung. Selbst getestet und perfektioniert.“
„Ach meine Kleine, folgte die gewünschte Reaktion einer meiner Mamas wie auf Kommando, wenn du da nicht vorbei willst, dann musst du nicht. Sollen wir hier lang und dann … Meine Mama hatte den Satz noch nicht beendet und schon hatte ich mich auf dem Absatz herumgedreht, die Rute kerzengerade nach oben gestreckt und zielstrebig den Heimweg angetreten.
Was soll ich mich mit irgendeinem fremden Hund abgeben, wenn Toni, mein großer kleiner Bruder, auf mich wartet? Mit dem kann ich alles machen, was ich will, und mehr brauche ich nicht.“
„Tja, das war einmal, meine schöne perfekte Welt liegt in Scherben.“
Suzys Kopf sinkt leicht nach vorne. Kaum merklich schüttelt sie ihren Kopf.
„Ich verstehe es einfach nicht“, murmelt sie vor sich hin.
„An einem Freitagnachmittag, ich weiß es noch wie heute, stand Christina plötzlich und unerwartet vor unserer Haustür. In unserer üblichen Bewachermanier hatten Toni und ich im wahrsten Sinne des Wortes die Sau rausgelassen. Kein Fremder sollte einfach in unser Revier eindringen. Doch die unbekannte Frau zeigte sich völlig unbeeindruckt. Alles Bellen, Hochspringen, böse Gucken oder gar Knurren hatte nichts genutzt. Sie setzte sich durch, bahnte sich ihren Weg an uns vorbei und stand plötzlich mitten in unserem Wohnzimmer.
Dort ließ sie dann Sätze fallen wie : ‚Das geht so nicht weiter, auf die Decke schicken, Ruhe reinbringen, blablabla und blubb blubb blubb.‘ Und dann der entscheidende Satz, der von jetzt auf gleich alles für mich veränderte: ‚Die Hündin spielt mit euch, die tut nur so schüchtern und manipuliert euch. Je kleiner sie sich macht, desto schwächer werdet ihr und sie übernimmt die Führung‘ erklärte sie unseren Mamas. ‚So geht das nicht weiter, ihr seid die Rudelführer, also handelt auch so.'“
„Wenn mein Körper nicht mit schwarzem Fell bedeckt gewesen wäre, hätte jeder der Anwesenden gesehen, wie ich bei diesen Worten alle Farbe verloren hatte. Das konnte doch nicht wahr sein, mein mühsam erarbeitetes Uschi-Prinzip ging gerade den Bach runter und das war alles die Schuld der Hundetrainerin. Meine Welt lag in Scherben.“
„Und Christinas Ausführungen gingen noch weiter. Jetzt war Toni an der Reihe, der von ihr als Kontroletti und selbsternannter Beschützer bezeichnet wurde, aber mal ehrlich, wen interessiert es nicht, was Frauchen so im Badezimmer treibt? Gucken darf doch wohl erlaubt sein, oder nicht?“
Suzy neigt leicht ihren Kopf und senkt ihre Stimme verschwörerisch.
„Kann doch interessant sein, aber davon an anderer Stelle mehr. Das spielte erstmal nur eine untergeordnete Rolle. Jetzt ging es um mich und so einfach wollte und konnte ich nicht klein beigeben. Meine mühsam erarbeitete Stellung in der Familie musste Bestand haben, komme, was wolle.“
„Vorsichtig und wie in Zeitlupe schlich ich mich an meine Frauchen ran und schmiegte mich dann ganz eng an Astrids Bein, eindeutig die Mama, die leichter zu manipulieren war. Aus den Augenwinkeln nahm ich wahr, wie sie sich zu mir herunterbeugte. ‚Jeep‘, frohlockte ich innerlich. Ich konnte ein aufgeregtes Trippeln meiner Vorderpfoten nur mit Mühe unterdrücken. Mein Herz überschlug sich fast vor Freude. Schon spürte ich den Hauch einer Berührung auf meinem Fell, als ein plötzliches, strenges ‚Nein‘ alle Hoffnung mit einem Schlag zunichte machte. ‚Schick sie auf die Decke, sie ist nicht der Bestimmer, es gibt gar keinen Grund, sie jetzt zu streicheln‘, folgten Christinas strenge Anweisungen.“
„Gott, wie ich diese Frau hasste. Meine Augen verengten sich zu Schlitzen und ich sage euch, wenn ich gekonnt hätte, hätte ich ‚Augenblitze‘ in Christinas Richtung geschleudert.
‚Decke Suzy‘ Astrid kam der Aufforderung nach und mit gesenktem Kopf trottete ich davon.
‚Und das übt ihr jetzt. Denkt immer daran: Ihr macht die Regeln und keine Diskussion.'“
„Tja, und das ist jetzt unser Leben. Unsere Mamas ziehen das voll durch, lassen sich durch nichts erweichen, egal welches Register ich ziehe, wie klein ich mich auch mache, ich bin chancenlos, Uschi hat eindeutig verloren.“
Niedergeschlagen schüttele ich den Kopf. „So eine Schande.“
Ein leises Räuspern unterbricht Suzys Monolog. Die Hündin atmet genervt auf, dreht ihren Kopf in Richtung der Geräuschquelle und findet sich Auge in Auge mit ihrem Bruder Toni.
„Was ist denn? Ich rede gerade, ich …“
„Ja, das habe ich gehört“, unterbricht sie der große Kerl schon wieder, „aber da ja sonst keiner hier ist und dir zuhört, dachte ich ,ich könnte etwas fragen, ich meine …“, verlegen knibbelt er an seiner Unterlippe, „es geht auch ganz schnell, versprochen.“
Suzy stöhnt innerlich auf. „Was ist denn?“
„Dieses Uschi-Prinzip, gibt es das auch für Männer?“
„Wie Männer, was für Männer? Ich verstehe nicht?“ Suzy ist von der Frage sichtlich überrascht.
„Na, für Rüden eben, vielleicht ein Ulf-Prinzip oder so?“
„Ulf? Wie kommst du denn darauf?“ Verständnislos neigt sie den Kopf und blickt Toni durchdringend an.
„Ich dachte nur wegen Uschi. Uschi, Ulf passt doch irgendwie, oder nicht?“ Der Rüde wird unter ihrem strengen Blick merklich kleiner.
„Ist das dein Ernst?“ Fassungslosigkeit schwingt in ihrer Stimme.
„Ich dachte ja nur.“ Tonis Erwiderung ist kaum mehr als ein Flüstern und klingt peinlich berührt. Er senkt verlegen den Kopf und schickt sich an, davonzutrotten. „Schon gut“, murmelt er noch vor sich hin.
Der Anblick bricht der Hündin das Herz, denn auch wenn sie es nicht oft zeigt und den Rüden hin und wieder mit Inbrunst schikaniert, liebt sie den großen Tolpatsch doch über alle Maße.
„Nein Toni, das gibt es für Männer/Rüden nicht“, raunt sie versöhnlich in seine Richtung.
Toni verharrt in der Bewegung und blickt sie erwartungsvoll an. „Nein?“
„Nein, Toni.“
Und dann übernimmt, trotz aller Liebe, das böse Mädchen in Suzy die Kontrolle über ihre Worte. Diese Chance kann sie sich einfach nicht entgehen lassen. „Bei euch heißt das Dummheit.“ Ihre Lefzen zucken leicht nach oben, aber sie schafft es, ein Auflachen zu unterdrücken.
Toni sieht sie mit glänzenden, braunen Augen an, und für einen Moment scheint es, als hätte er Suzy durchschaut. Doch die Sekunden vergehen ohne eine Reaktion von ihm, ohne ein wütendes Schnauben oder Aufstampfen.
„Ah, okay.“ Kommt schließlich eine Antwort. Er schiebt seine Unterlippe leicht nach vorne. „Dummheit also“, murmelt er vor sich hin, während er sich umdreht und in Richtung seines Körbchens davontrabbt.
„So schön, aber so … Ulf“, kann Suzy nicht zurückhalten.
Leise kichert sie vor sich hin.
„Vielleicht wäre das Toni-Prinzip passender“, überlegt sie noch im Stillen, während aus dem Kichern ein Lachen und schließlich ein breites Grinsen wird.
Mit sich selbst und in diesem Augenblick auch mit ihrer Welt zufrieden, folgt sie Toni in Richtung Körbchen.
„Soviel Reden macht schon ganz schön müde, und ja, vielleicht ist mein Leben doch gar nicht so schlimm.“
Herzlichst,
Eure Suzy